Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

EIN HAUS AUS STROH UND HOLZ – eine Multimedia-Reportage

Logo https://dashaus.pageflow.io/ein-haus-aus-stroh-und-holz

Ein Haus aus Stroh und Holz

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Zum Anfang



Eine Multimedia-Reportage in 5 Kapiteln
von Louis Saul für
DAS HAUS
Zum Anfang

Sehnsucht nach dem Land

0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Audio jetzt starten


Dies ist die Geschichte einer Suche nach einem zweiten Zuhause. Eigentlich leben und arbeiten die drei Hauptpersonen der Geschichte in der größten Stadt Deutschlands, in Berlin.

Audio öffnen

Zum Anfang
Die Geschichte des ökologischen Landhauses beginnt im Betonbau der Großstadt: 527 Wohnungen auf 17 Etagen. Eine vertikale Stadt.

„Unité d’Habitation“ heißt die „Wohnmaschine“ des bekannten Schweizer Architekten Le Corbusier im Westen von Berlin. 140 Meter lang und über 50 Meter hoch. Stadt pur.

Zwei der drei Bauherrinnen wohnen hier – und träumen einen Traum, den viele Städter gut kennen: ein Haus auf dem Land. In ihrem Fall ein Haus in der Uckermark.


Zum Anfang

Cornelia und Karin, zwei der Bauherrinnen

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Hier wechseln sich sanfte, von der Eiszeit geprägte Hügel ab mit idyllischen Seen.

In den verstreuten, winzigen Dörfern der Gemeinde Nordwestuckermark leben gut 4.000 Bürger – auf einer Fläche, die größer ist als die Stadt Frankfurt mit ihren 700.000 Einwohnern.

Menschen sind rar im Norden Brandenburgs und werden immer weniger. Keine Mangelware hingegen sind leere Häuser.
Eine gute Voraussetzung für Natur suchende Stadtbewohner.
Zum Anfang
Im Frühjahr und im Herbst machen die Kraniche hier Zwischenstopps auf ihren jährlichen Reisen. Fünfzig können das auf einmal sein und mehr.

Der Rote Milan kreist regelmäßig über den großen Getreidefeldern. Und in vielen Dörfern sind Störche regelmäßige Sommergäste.
Zum Anfang
Bis vor wenigen Jahren dominierte allein die Landwirtschaft das Bild dieser Region.

Heute hat mancher Bauer umgesattelt auf regenerative Energieerzeugung: Windräder sind zu einem beherrschenden Landschaftselement geworden. Große Windparks verteilen sich um manche Dörfer.
Zum Anfang
Als ob Nachhaltigkeit die neue Religion der Region sei.

Hier beginnen die drei Stadtflüchtlinge Barbara, Cornelia und Karin ihre Recherche-Fahrten über die Dörfer. Und werden bald fündig:
Zum Anfang

Bauherrin Barbara

Über die Suche nach dem perfekten Haus

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Zum Anfang
… groß ist es und die Lage perfekt.
Das Exposé des Maklers im Internet zeigt: Häuser und Grundstücke in der wenig besiedelten Uckermark sind nicht teuer. 70.000 Euro kostet fast ein halber Hektar Grund und eine Wohnfläche von 260 Quadratmetern. Eine Scheune gibt es obendrauf.

Angesicht des günstigen Preises ist klar: Man muss noch einiges an Arbeit in das Haus stecken, damit es heutigen Ansprüchen genügt. Kein Problem für Barbara, Cornelia und Karin.

Größter Pluspunkt ist die Lage. Das Haus steht am höchsten Punkt des kleinen Ortes und der Garten öffnet sich nach Süden. Noch weitere Dinge passen gut zu den Ideen der drei.
Zum Anfang
Ein paar alte Obstbäume wachsen bereits auf dem Grundstück und die Neuanpflanzung weiterer ist eine der ersten Taten der neuen Besitzerinnen. Ziel ist es, ein Stück Selbstversorgung zu erreichen: Gemüse und Obst aus eigener Produktion.
Zum Anfang




Das Dörfchen Warbende besitzt kaum mehr als ein Dutzend Häuser. Zahlreiche der heutigen Einwohner sind zugezogen, angelockt vom Reiz der sanften Hügel und der Tatsache, dass die dominierenden Wirtschaftsfaktoren der Gegend, die Landwirtschaft und die Windräder, sich hier nicht in den Vordergrund spielen.
Zum Anfang
Warbende hat viel vom romantischen Dorfbild eines Städters.

Direkt neben dem Grundstück liegt der Warbender Park, angelegt im Stile des bekannten preussischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné. Er beeindruckt noch heute in seinem barocken Teil mit streng geschnittenen, großen Taxus-Hecken, die die bösen Geister vertreiben sollen.

Umgeben ist das Ensemble von verschiedenen Baumarten, die einen englischen Garten bilden. Kein schlechter Nachbar.
Zum Anfang
Die erste Obsternte auf eigenem Grund wird zum Ereignis bei dem Freunde und Familie tatkräftig mithelfen.
Zum Anfang
Auch wenn die Produktionsbedingungen auf dem Grundstück noch etwas improvisiert sind: Der Marmeladenbedarf fürs Jahr konnte gedeckt werden.
Zum Anfang
Doch bei allem Spaß im Garten:
Das Haus soll grunderneuert werden. Einige Teile sind abzureissen und das Ganze muss saniert werden.

Vor dem Beginn des Ausbaus fehlt noch das „Okay“ des Statikers für den Umbau.
Zum Anfang
Unter Anleitung des Architekten legen die Hausherrinnen an unterschiedlichen Stellen die Wände und die Dachkonstruktion frei. Der Statiker braucht freie Sicht auf die alte Substanz. Es gilt zu beurteilen, welche Lasten das alte Gebäude noch tragen kann.
Zum Anfang
Am Ende eine böse Überraschung:
Der Fachmann erteilt dem Haus schlechte Noten. Eine seriöse Berechnung der Statik sei schwierig bis unmöglich.
Plötzlich steht das ganze Projekt auf der Kippe.
Zum Anfang

Eine Katastrophe zeichnet sich ab

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang

Der Traum vom Land muss warten

Das alte Haus ist aus statischen Gründen nicht zu retten. Jedenfalls nicht zu vertretbaren Kosten. Schweren Herzens begeben sich die drei Bauherrinnen auf die Suche nach einem Abriss-Unternehmen.
 
Doch selbst das gestaltet sich schwierig. Bis auf einen Betrieb traut sich niemand an die unkalkulierbaren Risiken der alten und unsicheren Bausubstanz heran.
Zum Anfang
Vor dem Abriss werden die wiederverwendbaren Teile des Dachs, Türen und Fenster ausgebaut. Vieles davon soll später eine zweite Karriere an einem anderen Ort machen.
Zum Anfang
Dann beginnt sich der Bagger auszutoben. Es dauert schließlich Wochen bis das alte Haus abgetragen ist.
Zum Anfang
Am Ende wird das Abrissholz entnagelt, sortiert und kleingemacht. Die drei Bauherrinnen wünschen einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen: Nichts soll verschwendet werden.

Über all das verging das Jahr 2015.
Zum Anfang
Alte Kellerwände aus Findlingen sind faszinierend. Deswegen ist es für die Bauherrinnen keine Frage, sie zu erhalten.

Es gilt lediglich, die fehlenden Steine zu ersetzen und die Oberkante des Gemäuers sauber abzuschließen.
Zum Anfang
Endlich! Im Frühjahr 2016 sind die Fundamentarbeiten abgeschlossen und die Baustelle wartet auf das neue Projekt:
Ein Haus, das durch und durch ökologisch ist, das atmet und ausschließlich aus gesunden Materialien bestehen soll.
Zum Anfang
Viel diskutieren Bauherren und Fachleute in den letzten Jahren über die steigenden Anforderungen an den Wärmeschutz. Über die Vor- und Nachteile der zahlreichen unterschiedlichen Materialien. Vor allem synthetische Dämmungen sind wegen ihrer oft schlechten Durchlässigkeit für Wasserdampf und den daraus resultierenden Schimmel-Problemen umstritten.

Dabei wächst seit Menschengedenken ein hervorragender Dämmstoff auf Millionen von Hektar direkt vor unseren Augen: Stroh.

Sein U-Wert, also sein Wärmedurchgangskoeffizient, kann es mit fast allen anderen Materialien aufnehmen. Der Aufwand für die Erzeugung von Stroh ist in seiner Umweltfreundlichkeit nicht zu schlagen: Kein Material verbraucht weniger Energie.
Zum Anfang

Nicht nur Getreide - auch nachhaltiges
Baumaterial wird in der Uckermark produziert.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Die Lufteinschlüsse im Stroh sind verantwortlich für die guten Dämmeigenschaften. Das wussten Bauherren schon viele Generationen vor uns. Stroh ist nachhaltig, kostengünstig und meist in der Region verfügbar.

Auch volkswirtschaftlich ist das Material interessant, weil es von Handwerkern vor Ort verarbeitet werden kann und Landwirten zusätzliche Einnahmen beschert.
Ein modernes Strohballenhaus erfüllt alle gängigen Anforderungen an den Brandschutz.

Als Wetter- und Feuerschutz und damit das neue Haus gut „atmen“ kann, soll das Haus innen einen Lehm- und außen einen Kalkputz erhalten.
Zum Anfang

Bauherrin Barbara

„Ich hatte in meinem letzten Haus eine Lehmwand und es ist unglaublich, was das ausmacht.“

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Im Frühjahr 2016 ist es dann endlich so weit: Der Bau kann beginnen.

Karin hat einige Dörfer weiter eine  landwirtschaftliche Halle angemietet. Hier lagerte die örtliche LPG früher ihre Kartoffeln. Jetzt entstehen hier die vorgefertigten Teile des neuen Hauses.
Zum Anfang
Gewählt haben die drei Bauherrinnen eine Kombination aus Holzbau und Strohballen. Eine massive Holzständer-Konstruktion trägt die Lasten. Ausgefacht werden die Wände dann mit Strohballen.

Das Holzbau-Team besteht aus einem Zimmermannsmeister, seinem Gesellen und einem Gehilfen. Sie kommen aus Westfalen.
Für das Stroh sind zwei Spezialisten aus Bayern angereist. Strohballenbau ist in Deutschland keine weitverbreitete Technologie. Deswegen sind Fachleute noch nicht überall verfügbar.
Zum Anfang

Die Arbeit der Zimmermänner

Es beginnt mit dem Holzbau

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Das Stroh in Form von Strohballen bildet die Wand zwischen dem Holz. Es dient als natürliche Wärmedämmung und als Träger für den Putz. Diese Bautechnik wird in Deutschland von den Bauaufsichtsämtern anerkannt.

Ein Haus mit einer Außenwand aus Stroh, Holz, Kalk und Lehm ist konventionellen Gebäuden in seiner Ökobilanz deutlich überlegen: Für seinen Bau und die Heizenergie während seiner gesamten Lebensdauer verbraucht es weniger Energie als ein konventionelles Haus in Betonbauweise nur bei seiner Fertigstellung.

Mit dem Baufortschritt wächst auch das ökologische Bewusstsein der Bauherrinnen weiter. Und ihr Wissen um Zusammenhänge. Gern hätte Karin die Menge des eingesetzten Materials weiter reduziert, aber die Bau- und Brandschutzvorschriften stehen dem entgegen.
Zum Anfang

Bauherrin Karin

Noch mehr Nachhaltigkeit wäre möglich

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Mit dem Plan für das Strohhaus ist der Abrissschock neuem Optimismus gewichen. Die drei Bauherrinnen haben sich eingerichtet.

Aus alten Brettern schaffen sie Neues: Der mobile Freiluftherd war zwar nicht Ziel des Immobilienkaufs. Aber zusammen mit den ersten Produkten aus heimischem Anbau ist er ein Highlight auf dem Hof.
Zum Anfang

Bauherrin Cornelia

Die Selbstversorgung mit ökologischen Lebensmitteln funktioniert schon. 

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Keine fünf Minuten vor dem Essen gepflückt:
Frischer kann ein Salat nicht sein!
Zum Anfang





Schon im vergangenen Winter hatten die drei sich einen Bauwagen besorgt, damit sie vor Ort flexibler arbeiten können.
In Zukunft wird er als Gästezimmer auf dem Grundstück dienen.
Zum Anfang
Inzwischen ist er gemütlich eingerichtet und auch mit einem kleinen Holzofen zu beheizen.
Zum Anfang

Bauen mit Strohballen

Zum Anfang


In das vom Zimmermann hergestellte hölzerne Fachwerk werden Strohballen hineingepresst. So entsteht in der improvisierten Fertigungshalle nahe der Baustelle Wandelement für Wandelement für das neue Haus. 
Zum Anfang




Die Strohballen für den Bau kommen zwar vom Feld, sind aber vorab auf ihre Qualität und ihren Wassergehalt geprüft.

Ein Strohballen besitzt beim Einbau noch eine Restfeuchtigkeit von etwa 2 Litern. Der zukünftige Verputz ist jedoch diffusionsoffen. Er besitzt offene Poren und kann dadurch die Feuchtigkeit sozusagen „ausatmen“.
Zum Anfang

Michael Fischer, der Strohballenbauer

Wie ein Strohballenhaus atmet.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang

Je kompakter die Wand, desto besser

Die Ballen werden gepresst, zurecht geschnitten und wieder verdichtet.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Der Rasenmäher rasiert die Oberfläche der Strohballen, damit später beim Verputzen keine langen Halme mehr rausragen.

36 Zentimeter dick sind die Wände, 36 Zentimeter wärmendes Stroh. Mit Innen - und Außenputz wird eine Wandstärke von 44 Zentimetern erreicht. Die Strohballenbauer gehen davon aus, dass man in einem Strohhaus nur wenig heizen muss. Oft reicht die abgestrahlte Wärme der Bewohner aus, um das Haus auf eine angenehme Temperatur zu bringen.


Zum Anfang

Michael Fischer, der Strohballenbauer

Strohballenhäuser sind exotisch

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Frühjahr 2016: Draußen blühen inzwischen die Bäume, auch im Norden Deutschlands. Seit kurzem steht ein kleiner Kran auf dem Grundstück. In wenigen Tagen soll das Haus seine Form bekommen.
Aber der Strohballenbau hat seine eigenen Gesetze.
Zum Anfang

Andreas Strunk, Zimmermann

Der Strohballenhausbau und das Wetter

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Aber dann ist es so weit: 
Das Wetter hat ein Einsehen und die Meteorologen sagen ein stabiles Hoch voraus.

Ein Lastwagen transportiert die strohbefüllten Fachwerkwände zur Baustelle, mit dem kleinen Kran werden die Einzelteile zusammengefügt.
Zum Anfang
Dicke Balken fordern besonderes Werkzeug: Die Bohrer der Zimmerleute messen oft mehr als einen halben Meter Länge.
Zum Anfang
Schon schweben die ersten Teile der Zwischendecke ein. Nach mehreren Wochen Vorfertigung der Elemente in der Halle geht es jetzt schnell.

Zum Anfang






Auch die Pause gehört zum Bau: Zwischen alten Backsteinen und Holzresten speisen Handwerker, Besucher und Bauherrin: Eine naturnahe und regionale Verpflegung während der Bauzeit ist eine Bedingung der Handwerker, die ja alle nicht aus der Region stammen.
Zum Anfang
Durch die vorgefertigten Wand- und Deckenteile kann das Aufstellen in vier Tagen abgeschlossen werden. Auch für die Nachbarn eine angenehme Baustelle.
Zum Anfang
Wohngesundheit, die man fühlen kann: Der Rohbau vermittelt von innen eine ungewöhnlich warme Ausstrahlung, kein Vergleich mit einem Beton- oder Steinbau. Für Auge, Nase und auch Ohren bilden natürliche Baustoffe wie Holz und Stroh eine heimelige Umgebung.
Zum Anfang

Bauherrin Karin

Ist ein Ökohaus eigentlich teuer?

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang





Unter dem schattenspendenden Vordach der alten Scheune werden die Blicke der Mannschaft optimistischer. Denn ein Fest naht:
Zum Anfang
Zum Anfang

Endlich Richtfest

Zum Anfang












KARIN...
Zum Anfang





















... BARBARA...
Zum Anfang










... UND CORNELIA
Zum Anfang

Die Zeremonie

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang















Erleichterung bei allen Beteiligten. Und das ganze Dorf feiert mit. Der ungewöhnliche Bau hat viele in der Umgebung neugierig gemacht. Selbst 20 Kilometer von Warbende entfernt sprechen die Leute über das Öko-Haus. Die Handwerker der verschiedenen Gewerke haben die Nachricht über das Haus aus Strohballen verbreitet.

Das Buffet ist übrigens schon zu guten Teilen aus eigenem Anbau.
Zum Anfang




Während draußen gefeiert wird, steht die Baustelle nur kurz still. Finnische Spezialisten setzen Kamin und Ofen. Natürlich ist auch der Holzofen eine Besonderheit.
Zum Anfang





Der Ofen verbrennt das Holz mit außerordentlich hohen Temperaturen. So gelingt es auch die aus dem Holz ausströmenden Gase quasi vollständig zu verbrennenen und damit  Rückstände, Asche und Abgase auf ein Minimum zu beschränken.

Der Ort des Ofens und die Wände des Kamins sind so gestaltet, dass seine Hitze gleich mehrere Zimmer im Haus erwärmen kann.
Zum Anfang






Zeit für ein Gruppenbild, auch wenn nicht alle Beteiligten beim Richtfest anwesend sein konnten.
Zum Anfang
Auch nach dem Richtfest ist das Strohhaus noch eingerüstet und mit einem Netz vor Witterungseinflüssen geschützt.

Für ein Strohhaus ist die Phase vor dem Verputz kritisch. Denn es gilt, das offene Stroh und Holz des Rohbaus vor Regen zu schützen.
Zum Anfang
Wieder ist das bereits vom Holz- und Strohbau bewährte Team beieinander. Anders als die oft hochspezialisierten Handwerker bei einer konventionellen Bauweise arbeiten die Strohballenbauer Michael und Stephan weiter zusammen mit den Zimmerleuten an der Fertigstellung. Sie übernehmen gemeinsam das Verputzen außen und innen den Anstrich.
Zum Anfang
Die erste Schicht des äußeren Kalkputzes ist auf den Strohballen. Noch stehen immer wieder Halme aus dem Putz heraus.
Zum Anfang
In dem hier gezeigten Stadium der Arbeiten erkennt man an der Fensterlaibung den Aufbau der zweiten und dritten Schicht des Putzes. Ein eingelegtes Flies verhindert die Bildung von Rissen. Sämtliche Ecken der Außenwand sind abgerundet, wie es für Bauten aus Naturmaterialien typisch ist.
Zum Anfang

Das atmungsaktive Haus

Innen erhält das Haus einen Lehmputz.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Die nächste Entscheidung steht an: Welche Farbe bekommt die Fassade? Ein rötlicher Erdton und ein gelbliches Ocker präsentieren sich als Muster zur Endauswahl.
Zum Anfang

Der Anstrich

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang

Michael Fischer

Wer sind eigentlich die Strohballenbauer?

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang




Das Haus wird nach seiner Fertigstellung zwei Wohnungen beherbergen. Dazwischen ist eine massive Wand aus Stampflehm vorgesehen.

Lehmbau ist eine alte, lange in Deutschland vernachlässigte Bautechnik. Dabei schafft Lehm ein  angenehmes Raumklima, dadurch dass der Lehm die Feuchtigkeit im Zimmer auf menschenfreundlichen 50 Prozent hält. Weitere Vorteile sind eine gute Wärmespeicherung und eine hohe Nachhaltigkeit.

Wer in einer lehmreichen Gegend baut, der könnte seinen Stampflehm sogar aus seiner eigenen Baugrube entnehmen. Da es aber auch bei diesem Baumaterial sinnvoll ist, eine für die Handwerker gut kalkulierbare Zusammensetzung von Sand und Ton zu haben, ist Stampflehm heute als fertig vorgemischtes Produkt gebräuchlich.
Zum Anfang

Jörg Depta, der Lehmbaumeister

Lehmbau heute findet meist im Inneren der Häuser statt.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang




Der mit etwas Wasser angerührte Lehm wird Eimer für Eimer in eine Schalung gekippt und dort erst mit den Füßen und dann mit einem Stampfer verdichtet. Das geschieht Schicht für Schicht. Dabei wandert die Schalung immer weiter nach oben.

Unten sieht man die bereits ausgeschalte und noch feuchte Wand. Nach Fertigstellung muss die Wand mehrere Wochen austrocknen.
Zum Anfang
Und mal wieder ist die Natur schneller als der Bau! Während im Haus noch viele Details fehlen und Handwerker sich verspäten, hat der kleine Kartoffelacker nebenan reichlich Früchte getragen. Nachbarn und Familie ersetzen die fehlenden Maschinen. Die heimische Ernte reicht übrigens für eine Saison.
Zum Anfang

Bauherrin Barbara

Bei allen Schwierigkeiten - die Bauherrenschaft ist zufrieden.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang

Es ist vollbracht!



Das Gerüst ist gefallen und das Haus zeigt sich in strahlendem Ocker.

Rund um den Bau gibt es noch viel zu tun: Die Wege sind noch nicht angelegt, die Terrasse fehlt und die wunderschönen Findlinge des alten Hauses haben ihren endgültigen Platz noch nicht gefunden. Trotzdem: Die drei Bauherrinnen können ihr Strohhaus endlich beziehen.
Zum Anfang
...und die Störche in der Uckermark bereiten schon wieder ihre Nester.
Zum Anfang
Viel näher an der Natur lässt es sich in Deutschland kaum bauen als mit solch einem Haus aus Holz und Stroh. Die „Graue Energie“, die in dem Gebäude steckt, ist kaum zu unterbieten.
Anders ausgedrückt: Mit den Ressourcen, die ein normales Einfamilienhaus bei seinem Bau verschlingt, ließen sich 50 solche Strohhäuser errichten.
Zum Anfang

Die Bauherrinnen ziehen ihr Fazit

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Der Mittelpunkt vieler Wohnungen ist die Küche. Hier ist auch schon alles fertig und in Funktion. Inklusive einer phantastischen Aussicht auf das Dorf und die umgebende Natur.
Zum Anfang
Die Stampflehmwand im Wohnzimmer bewährt sich beim Wohnen als Klimaregulator für die Feuchtigkeit. Ihr rustikaler Charme bildet einen deutlichen Kontrast zur Einrichtung.
Zum Anfang
Kein Wunder, dass der Lieblingssessel seinen Platz direkt davor bekommen hat.
Zum Anfang
Noch fehlen die Wandlampen und das Regal, aber der Arbeitstisch ist schon voll in Funktion und der Blick aus dem Fenster inspiriert noch mehr als in der Küche.
Zum Anfang
Ergänzend zum großen Holzofen wurden einige elektrische Heizungelemente eingebaut: Auf die Wand geklebte hauchdünne Bahnen, die mit niedriger Stromspannung betrieben werden, sorgen für eine angenehme Strahlungswärme.

Im Bild sieht man die schon fixierten Bahnen auf der noch nicht gestrichenen Wand im Schlafzimmer. Entgegen der vorherrschenden Meinung ist diese Form der Elektroheizung durchaus energieeffizient, wenn sie mit nachhaltig erzeugtem Strom betrieben wird. Und die Photovoltaik steht schon auf dem Plan der drei Bauherrinnen.
Zum Anfang
Warmes Wasser im Strohballenhaus kommt aus kleinen elektrischen Durchlauferhitzern, jeweils direkt an den Wasserentnahmestellen montiert.

Das klingt erst einmal wenig ökologisch. Aber es spart den Einbau eines Warmwasser-Leitungsstrangs im Haus. Außerdem sind Wärmeverluste gering, wenn man lange warmes Wasser im Speicher vorhält: Für handwarmes Wasser muss man kein kaltes hinzumischen.

An kleinen Displays lässt sich für jeden Wasserhahn die gewünschte Wassertempartur überwachen und präzise einstellen.

Übrigens verfügt das Haus über eine eigene Regenwasserauffanganlage.
Zum Anfang

Bauherrinnen über ihre ersten Erfahrungen

Wie wohnt es sich im Biohaus?

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Und das immer besser. Die Natur belohnt die drei Bauherrinnen auch im ersten Sommer nach ihrem Einzug mit reichem Ertrag. Egal ob beim Holunder...


Zum Anfang
... oder den Zucchiniblüten.
Zum Anfang
Das Beet ist umgeben von Material aus dem abgebrochenen Haus: alte Balken und Backsteine schützen das Gemüse und die Kräuter.
Zum Anfang
Aus den besten Brettern des alten Dachstuhls baut Karin selber eine hölzerne Terrasse über die Südfront. Nach und nach wächst das Haus aus Stroh und Holz seiner Fertigstellung entgegen.
Zum Anfang
Zum Anfang

Strohaus-Bewohnerin Barbara

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
http://fasba.de/
Die Webseite des Fachverbandes Strohballenbau Deutschland (FASBA) mit vielen Informationen und Beispielen rund um diese Technik.

http://fasba.de/projekte/map-strohballenhaeuser/
Hier findet man eine Übersichtskarte über Standorte von Strohballenhäuser in Deutschland.

http://www.naturbauhof.de/lad_lehm.php
Viel Wissenswertes über das Material Lehm und das Bauen damit. 

http://lehmbaukontor.de
Die Website der Stampflehmbauer aus der Reportage.

https://www.spreeplan.de/
Die Website des planenden Architektur- und Ingenieurs-Büros. Mit vielen Infos und weiteren Projekt-Beispielen.
Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen Wischen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden